Mobile Photographie oder warum ich meine DSLR häufiger zuhause lasse

Mobile Photographie oder warum ich meine DSLR häufiger zuhause lasse

Ich liebe meine Nikon D5600 wirklich sehr innig. Sie ist klein, schnell, hat eine lange Akkulaufzeit und macht für meine Bedürfnisse wunderbare Bilder.

Und doch sehe ich mich immer häufiger zu mein Handy als Fotoapparat zu greifen. Nicht nur, dass ich also ein Foto aufgenommen habe: Es sieht sogar noch nach meinen Vorstellung aus. Und wir sprechen nun darüber warum das so ist.

1/10s, f/1.8, ISO 80 - ”Going Up“ on flickr

Die Kamera ist immer dabei

Auch wenn das eine alte und lange Leier ist, aber…

“The best camera, is the one that you have with you!” - Chase Jarvis

Aber gerade wenn ich mich im Alltag bewege, wo mein Foto-Auge häufig schöne und spannende Situationen vernimmt, habe ich halt leider keine Nikon mit Wechselobjektiv in meiner Jackentasche. Mein Handy hingegen habe ich in wenigen Sekunden in der Hand und genauso schnell auch die nötigen Einstellungen, oder besser Korrekturen, getroffen die ich benötige um das Bild zu schießen.

Nehmen wir mein Bild “Going Up” von oben. Das Ziel lag im dritten Stock, das Bild habe ich auf der Treppe zum ersten gesehen. Auf dem Weg in den zweiten Stock habe ich mein Handy aus der Tasche geholt und die nötigen Einstellungen vorgenommen. In dem Fall die ISO runter und Belichtungszeit hoch. So ein Treppenhaus ist meist dunkel und ich hatte das Gefühl von “Bewegung”, also brauchte ich Bewegungsunschärfe. Den zweiten Stock habe ich noch mit Framing verbracht und im dritten ist es geschehen.

Mit meiner DSLR wäre dieses Bild in einer nicht gestellte Situation wohl schwerer gewesen, geschwiegen, dass ich meine Nikon erstmal dabei haben muss.

Embrace the difference

Ich habe viel probiert bis ich wohl meinen Stil, meine Art und Weise und meine Emotionen gefunden habe, die ich mit meinen Handy Fotos wecken möchte.

Eine Urbande Landschaft
Eine urbane Landschaft

Irgendwann habe ich festgestellt, dass ich einfach andere Bilder mit meinem Handy mache. Ich habe keine 24+ Megapixel, ich habe nur einen kleinen, nicht sonderlich Lichtempfindlichen Sensor, kaum Tiefenschärfe und werde wohl eher selten hochpolierte Fashion Fotos mache, auch wenn mir die Apple Website etwas anderes suggeriert. (Klar das mag möglich sein, aber irgendwo mitten in Deutschland an einem verregnet Tag werde ich einfach nicht die Lichtbedinungen dazu haben.)

Inspirieren habe ich mich lassen von einer Einwegkamera, dessen Look nicht sonderlich polished oder schon gar nicht scharf ist. Aber dennoch meist sehr emotionale und spannende Momente einfängt. Eben weil sie so schnell zur Hand ist. Der grain Schieber ist seitdem einer meiner besten Freunde.

Tooling

Auch mein Workflow der Fotos ist mir wichtig und im Grunde verlasse ich mich auf zwei Apps unter iOS. Zum einen Halide, eine alternative zur Stock Camera App, die auch die Möglichkeit bietet in raw zu fotografieren und Darkroom, eine einfache Bildbearbeitung App, die aber eben auch mit raw Bilder umgehen kann.

Halide

Screenshot: Halide Camera App
Screenshot: Halide Camera App

Halide ist eine schlichte und einfache Kamera App, die es mir ermöglicht schnell die Einstellungen zu treffen die ich für einen bestimmten Shot brauche. Gegenüber anderen “Pro Camera” Apps, die meist mit Features vollbeladnen sind konzentriert sich Halide auf das Wesentliche. Unkompliziert und ohne viel Ablenkung das richtige Bild zu machen. Einstellungen wie ISO und Belichtung sind durch einen druck auf das M schnell zur Hand und lassen sich einfach hoch und runter swipen. Depth oder Portrait aufnahmen sind, mit dem richtigen iPhone auch möglich, genauso wie das das manuelle Einstellen des Fokus oder des Weißabgleich. Am Ende fällt aus Halide ein JPEG/RAW Bild raus welches ich dann direkt weiter nach Darkroom geben kann.

Darkroom

Screenshot von Darkroom
Screenshot von Darkroom

Darkroom spielt genauso wenig rum wie Halide. Es bietet mir schnell meine Einstellung zur Belichtung Reglern, eine Belichtung Kurve oder Tone-Mapping. Genauso wie die H/S/L Regler. Auch da gibt es kein großes hin und her oder irgendwelche super tollen Lens-Flare Filter.

Diese Unaufgeregtheit und Einfachheit macht mir das Leben mit meinem Handy Bilder irgendwie sehr einfach, da ich einfach bei diesem kleinen 12 Megapixel Raw Bild bleibe und gar nicht erst versuche daraus etwas großes zu machen.

Fazit

Traut euch eure Handykameras etwas ernsthafter anzuschauen, aber vielleicht auch nicht zu ernst. Haltet ausschau nach tollen Situationen und Emotionen statt dem gepolished Instagram Bild. Lauft mit eurem Foto-Auge durch die Welt und nutzt die Kamera, die ihr immer dabei habt um eben diese Momente zu Fotografieren.

Habt spaß und macht euch nicht zu viel Stress! ❤️


KurzGedanke

KurzGedanke

Flexibel, belastbar, innovativ, kreativ, teamfähig, begeisterungsfähig und kreativ. 🏳️‍🌈Pronoun: Es/It🏳️‍🌈